Preisdumping im Texting: Alternativen für Autoren

Texter, also Autoren und Redakteure, die Ihre Dienste Webseitenbetreibern zur Verfügung stellen, gibt es mittlerweile wie Sand am mehr. Alleine Content.de wirbt damit, ein Netzwerk von mehr als 6000 Autoren im Abruf zu haben, die von wenigen Cents pro Wort bis maximal 5-6 Cents genutzt werden können.

Und Content.de ist nicht allein: Plattformen wie Textbroker.de, Machdudas.de und die vielen anderen kleineren, auch immer wieder neuen Plattformen haben entdeckt, dass die Arbeit der Texter von tausenden von Webseitenbetreibern gefragt ist. Andererseits gibt es aber auch immer mehr Menschen, die das Texten als interessante Arbeit für sich entdeckt haben, die man unabhängig von Zeit und Ort machen kann und für die es derzeit keine Begrenzung zu geben scheint.

Seitdem jeden Tag tausende von Webseiten auch von nicht IT-versierten Menschen ohne viel Umstand online gestellt werden können, floriert der Freelancer Markt der Autoren. Durch das große Angebot an Textern und die große Nachfrage nach Texten, kann man ein regelrechtes Preisdumping bei der Vergütung der Contentproduktion beobachten, was auch immer mehr Firmen dazu bewegt, Festanstellungen für die Redaktion durch Freelancer zu ersetzen.

Das Dilemma des Preisdumpings

Die Möglichkeit, seine Schreib-Dienstleistungen auf den großen Contentplattformen innerhalb weniger Minuten zig Unternehmen anzubieten und ggf. weniger Minuten auch Arbeit zu haben, bringt zwei Konsequenzen mit sich. Wurde vor Jahren noch viel Geld für gute Texte von Unternehmen bezahlt, drückt die große Konkurrenz an Schreibern natürlich den Preis. Mittlerweile sind halbwegs gute Texte auf Textbroker & Co schon für 2.5 Cents/Wort zu bekommen, Plagiatsprüfung inklusive.

Die recht schnelle und ungeprüfte Freischaltung von Textern sowie der Preisdruck der Verlage und Webseitenbetreiber drückt den Durchschnittspreis pro Wort noch weiter. Somit bekommt man „5-Sterne“ Texte mittlerweile schon ab 4 Cents pro Wort.

Jeder der selbst sorgfältig recherchiert und geschrieben hat, weiß, dass wirklich gut recherchierte, strukturierte und lesbare Texte mit Mehrwert für diesen Preis von entsprechend geschulten und erfahrenen Textern nicht zu schreiben sind. Aber letztlich wird das von vielen Firmen auch nicht mehr erfordert. Die Qualität der Sachtexte nimmt seit Jahren gefühlt zunehmend ab, weil viele Verlage und Webseitenbetreiber sich gute Schreiber kaum mehr leisten wollen oder können.

Webseitenbetreiber: das schnelle Geld lockt

Das Web-Business stellt für besonders viele junge Menschen ein attraktives Geschäftsfeld dar, mit dem sich Geld verdienen, ggf. sogar ein Einkommen bestreiten lässt. Webseiten kann mittlerweile fast jeder einfach und schnell erstellen durch Homepagebaukästen oder auch dem einfachen CMS System von WordPress.

Die Verlockung, hier das schnelle Geld zu machen, liegt nahe: Texte für maximal 2 Cents/Wort zu vorgegebenen Themen auf Textbroker & Co einkaufen, auf die selbst kreierte Webseite integrieren und dann damit Geld verdienen. In Wahrheit gehörte aber schon immer viel mehr dazu. Trotzdem: vor einigen Jahren, als man mit wenig low-quality content in recherchierten Nischenthemen mit ein paar Backlinks die eigene Webseite „nach oben schießen“ konnte, sind definitiv längst vorbei. Viele Webseitenbetreiber kommen selbst mit durchdachteren Strategien mittlerweile kaum auf Ihre Kosten, und das liegt unter anderem an folgenden Faktoren:

  • Nischenthemen sind nicht richtig recherchiert, sind also entweder nicht gut vermarktbar oder zu wenige Menschen interessieren sich für das Thema
  • Die Webseite wird nicht im richtigen Umfeld und/oder in richtiger Intensität vermarktet. In der Tat sind viele Investitionen in Linbuilding % Co. notwendig, um obere Positionen in den Suchergebnissen zu ergattern, wenn das Thema umkämpft ist
  • Der Content wird nur einmal online erstellt und danach kaum mehr upgedated
  • Die Texte sind nicht ausreichend recherchiert, aufbereitet und gehen nicht tief genug
  • Sonstige suchmaschinenrelevante Faktoren wurden ignoriert

Google gibt Qualitätsrichtlinien vor

Google´s Qualitätskriterien an Content sind im Laufe der Zeit immer strenger geworden. Google´s Algorithmus ist schlauer geworden, Textqualitäten und auch die Lesbarkeit von Texten inklusive Fehlern zu erkennen. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass nur wirklich erschöpfende, und auch u.a. multimedial aufbereitete, tiefgründige und gut lesbare Texte langfristig eine Chance haben, gute Positionen in den Suchergebnissen bekommen.

Spätestens seit Ende 2018 mit dem Medic Update berücksichtigt google auch diverse Trust-Signale in seinen Algorithmen, worunter auch die Quellenangaben in Texten zählen. Contentqualität scheint eines der wichtigsten Stellschrauben der letzten google search updates in den letzten Jahren gewesen zu sein. Diese Strategie macht aus Nutzersicht absolut Sinn und es gibt kein Argument, dass google die Wichtigkeit von Contentqualität in Zukunft reduzieren wird.

Es geht also für die Webseitenbetreiber immer mehr in Richtung:

  • Hochwertige Inhalte (tiefe Recherche und Themenaufbereitung, Quellenangaben, etc.)
  • Lesbarkeit (Kurze Sätze, Absätze, Unterüberschriften, Aufzählungen, Fettungen, Tabellen usw.)
  • Einfache, kurze Sätze ohne grammatikalische oder orthografische Fehlern
  • Nur unique Content, kein duplicate Content (also inhaltliche Kopien fremder Artikel)

Autoren und Webseitenbetreiber 3.0

Die gute Nachricht: auf die Textqualität wird es mehr und mehr ankommen und die Seitenbetreiber, die es sich leisten können, werden auch wieder mehr auszugeben bereit sein, um entsprechende Texte mit hoher Qualität zu bekommen.

Was es in dieser Zeit wieder braucht, ist ein Umdenken der Webmaster hin zu den Schlüsseln des langfristigen Erfolgs ihrer Projekte, die letztlich immer auf hoher Contentqualität basieren.

Langsame Preisanpassungen rufen nach neuen Modellen

Allerdings werden Preisanpassungen unserer Meinung nach nur langsam passieren. Der Kostendruck vieler kleiner Webmaster, die größtenteils Textbroker & Co nutzen, wird die Preise fürs Texting im Schnitt nur geringfügig anheben.

Unsere Nachfrage bei 50 bekannten Webmastern im Jahr 2018 ergab, dass vielen einfach das Geld fehlt, um hochwertige Texte einzukaufen und dann noch Investitionen über mehrere Monate bis Jahre ins Marketing zu stecken, bevor eine Seite Einnahmen generiert. Dazu kommt, dass der Zeitpunkt erster Einnahmen nicht abschätzbar ist, genauso nicht, wie die Höhe der Einnahmen. Die Amortisationsdauer der Internetprojekte ist für viele einfach nicht absehbar, da oft sehr lang.

X Cents/ Wort – eine Vergütung mit Konfliktpotential?

Das oben skizzierte Szenario lässt sich anhand des gängigen Vergütungsmodells pro Wort, wie folgt grob umreißen:

Autoren: sie investieren möglichst wenig Zeit in Recherche, Struktur und Aufbereitung der Texte, da die Basis der Bezahlung nur die produzierte „Masse“ ist. Die Qualität muss lediglich vom Auftraggeber akzeptiert werden.

Webmaster: wollen aufgrund der begrenzten finanziellen Resourcen und der nicht kalkulierbaren Amortisationsdauer der Webseiten nur wenig für akzeptablen Content bezahlen. Der Content muss gut genug sein, dass er gerade noch „funktioniert“ und von google als qualitativen Content eingestuft wird.

„Wüssten die Webmaster, dass sich die Investition in gute Inhalte irgendwann lohnt, sind sie zu viel höheren Vergütungen bereit. Auf der anderen Seite wären die Autoren wohl auch bereit, mehr Recherche und Sorgfalt in die Aufbereitung und Lesbarkeit von guten Inhalten zu investieren, würden Sie entsprechend der gelieferten Qualität auch bezahlt werden. „

R. Tissler, Robin GmbH Online Marketing, Studie mit 50 Webmastern 2018

Neue Vergütungsmodelle für Autoren in der Online Redaktion

Der beobachtete Interessenskonflikt der Webmaster vs. Autoren lässt sich wahrscheinlich nur dann lösen, wenn die Autoren wieder Motivation haben, mehr Zeit in gute Recherche und Textaufbereitung und Qualität zu stecken, ohne dass es auf die Anzahl von Wörter ankommt.

Dies erfüllen vor allem erfolgsabhängige Vergütungsmodelle, wo der Autor entsprechend des Erfolgs des Artikels oder mehrerer Artikel vergütet wird. Vorteil dieser Vergütungsmodelle ist eine langfristige, immer wiederkehrende und damit potentiell sehr hohe Vergütung, der Nachteil ist ein Vertrauensrisiko in den Webmaster, der seinen Teil der Arbeit gut machen muss, um die Webseite ideal zu positionieren und zu monetarisieren, damit es sich für beide Parteien lohnt.

Unabhängig davon, dass es nur wenige faire Kooperationsmodelle dieser Art von Webmastern gibt, muss jeder Autor selbst entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen möchte. Im Zweifel könnte es die sinnvollere Zeitinvestition sein, also für wenig Geld qualitativ wenig wertige Texte zu produzieren. Kriterien sollten die Qualifikation und die Referenzen des Webmasters sein, die Themenkonzeption, potentielle Einnahmen und natürlich auch die Vertragskonditionen wie die Höhe der Anteile, Kostenverteilung etc.

Die folgenden erfolgsbasierten Vergütungsvarianten sind derzeit bekannt (wird upgedated).

1. Vergütung nach Pageviews

Die Vergütung für einen Artikel richtet sich danach, wie oft dieser gelesen wird, was in Page Views, also Seitenaufrufen gemessen mit Auswertungstools gemessen wird.

Vorteil dieser Vergütung ist, dass sich höhere Qualität sicher in bessere Rankings und damit Besucher der einzelnen Artikel widerspiegeln wird.

Nachteil ist allerdings, dass man als Autor keinen Einfluss auf die Qualität des Rest der Seite hat und somit nicht beeinflussen kann, wie gut der restliche Content ist und wie intensiv das Marketing des Webseitenbetreibers betrieben wird – beides wichtige Einflussfaktoren auf den Erfolg auch von Ihres Artikels.

2. Vergütung durch eigenständige Vermarktung durch den Autor

Hier wird dem Autor eines Artikels die Möglichkeit gegeben, eigene Werbemittel von zum Beispiel Amazon, Ebay oder von den großen Affiliate Netzwerken zu integrieren.

Vorteil ist eine erfolgsbasierte Vergütung, die Sie selbst genau tracken können und dann zu 100% bekommen. Für den Webseitenbereiber ist neuer, guter Content selbst eines Artikels der ganzen Webseite zuträglich.

Nachteil ist, dass Sie auch hier keinen Einfluss auf die Qualität anderer Artikel und auch den Erfolg der ganzen Webseite haben.

3. Vergütung durch Geschäftsbeteiligung

Der Autor bekommt im Rahmen einer Art Beteiligung einen festen Anteil der Einnahmen der ganzen Webseite. Der Autor wird als ein Geschäftspartner, der zusammen mit dem Webseitenbetreiber in Arbeitsteilung die Webseite nach vorn bringt.

Vorteil dieses Modells ist die größtmögliche Motivation des Autors, der durch sein Bemühen eine gute Grundvoraussetzung schaffen kann, dass die Webseite erfolgreich werden kann. Die Langfristigkeit der Zusammenarbeit bietet zudem beste Voraussetzungen für eine gute Bezahlung über die Zeit.

Nachteil dieser Vergütung ist (wie bei den anderen Modellen), dass auf das Vermarktungs-Know How und die Erfahrung des Webmasters vertraut werden muss, um den guten Content gut zu monetarisieren.

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