Wie zitiert man richtig bei akademischen Arbeiten?

Jeder Studierende kommt im Laufe seiner Studienjahre mit wissenschaftlichem Arbeiten in Berührung. Manch einer schon im ersten Semester, spätestens aber bis zur Bachelorarbeit nach drei Jahren. Für die meisten Hochschulabsolventen stellt das akademische Arbeiten eine komplett neue Anforderung dar, welche gerade am Anfang mit Schwierigkeiten verbunden sein kann. Viele Studierende fühlen sich mit den Rahmenbedingungen überfordert. Das betrifft auch die Frage nach dem richtigen Zitieren. Im Folgenden soll anhand von Beispielen erklärt werden, wie man bei akademischen Arbeiten angemessen zitiert. Des Weiteren wird der Sinn und Zweck des Zitierens näher beleuchtet. Diese Hinweise sollen als Hilfestellung beim Verfassen schriftlicher Ausarbeitungen dienen.

Was bedeutet der Begriff ‚akademische Arbeiten‘ überhaupt?

Im Universitätsalltag nimmt die akademische Arbeit einen grundlegenden Stellenwert ein. Sowohl Studierende als auch Dozenten sollen sich daran orientieren. Das Synonym für den Begriff ‚akademische Arbeiten‘ lautet ‚wissenschaftliche Arbeiten‘. Auf diese Weise wird das Grundsätzliche sehr treffend zusammengefasst: Akademische Arbeiten soll den allgemeingültigen wissenschaftlichen Standards entsprechen. Dazu gehören eine eigene Forschungsfrage, die Bezugnahme anderer relevanter Quellen sowie ein korrekter Aufbau der Arbeit. Je nach Umfang wird eine bestimmte Bearbeitungszeit festgesetzt. In diesem Zeitraum soll der Studierende seine Arbeit fertiggestellt haben. Während des Schreibens lohnt sich zudem die folgende Fragestellung: ‚Wäre meine Arbeit auch als Quelle für zukünftige wissenschaftliche Forschungen geeignet? Gibt sie aussagekräftige Ergebnisse wieder? Ist ihre Struktur richtig aufgebaut?‘. Diese Fragen können helfen, eine Arbeit nach gültigen akademischen Standards zu erstellen.

Vielfach wird wissenschaftliches Arbeiten bereits in der Schule geübt. An dieser Stelle ist allerdings Vorsicht geboten. Facharbeiten in der Oberstufe sind nicht darauf ausgerichtet, zu späteren Forschungszwecken verwendet zu werden. Darin besteht der hauptsächliche Unterschied zu Ausarbeitungen im universitären Bereich. Überdies sind sowohl der Schwierigkeitsgrad als auch die Herangehensweise akademischer Arbeiten von vorn herein höher angesetzt. Deshalb lassen sie sich nur bedingt mit schulischen Hausarbeiten vergleichen.

Was bedeutet das Wort ‚zitieren‘?

Der Begriff ‚Zitat‘ beziehungsweise ‚zitieren‘ hat seinen Ursprung im Lateinischen. Übersetzt bedeutet die Vokabel ‚citatum‘ in etwa ‚das Angeführte‘: Ein Textauszug wird in Anführungszeichen wiedergegeben. Ein Zitat kann in direkter oder indirekter Form erfolgen. Bei direkten Zitaten bleibt der Wortlaut unverändert, indirekte Zitate gibt man hingegen in eigenen Worten wieder. Meistens werden schriftliche Quellen mit dem Begriff ‚Zitat‘ assoziiert. Grundsätzlich ist die Annahme richtig, doch selbst Lieder, Kunstwerke oder gesprochene Sätze können zitiert werden. Zudem sind viele Zitate gar nicht mehr als solche zu erkennen. Bekannte Redewendungen haben es mittlerweile in die Alltagssprache geschafft, obwohl sie anfangs in Zitatform überliefert wurden.

Warum ist korrektes Zitieren so wichtig?

Zitate gelten als notwendige Bestandteile von wissenschaftlichen Arbeiten. Ohne zitierte Literatur wäre eine neue akademische Arbeit gar nicht aussagekräftig. Dennoch darf eine Tatsache nicht übersehen, geschweige denn vernachlässigt werden: Ein Zitat ist nie das eigene Gedankengut. Aus diesem Grund wird es unbedingt kenntlich gemacht. Bei akademischen Arbeiten muss der Prüfer zwischen eigenen und fremden Standpunkten, Forschungsergebnissen etc. differenzieren können.

Werden fremde Meinungen absichtlich als die eigenen ausgegeben, so verstößt man gegen das Urheberrecht. In diesem Fall ist von einem Plagiat die Rede. Solch ein Verhalten kann weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen: Mitunter wird eine schriftliche Arbeit als ungenügend bewertet, Überdies droht dem Studierenden droht die Exmatrikulation, angehenden Doktoranden wird die Doktorwürde aberkannt. Bei besonders schwerwiegenden Verstößen kann eine Geld- oder Freiheitsstrafe fällig sein. Um derartige Folgen zu verhindern, sollte man sich genau an die Zitiervorschriften halten.

Wie zitiert man richtig bei akademischen Arbeiten?

Alle Universitäten (und Fakultäten) haben ihre eigenen Zitierweisen festgelegt. Übergreifende Zitierformen gibt es daher nicht. In einigen Studienfächern müssen längere Zitate in Blockform sowie kursiv verfasst angegeben werden. Im Zweifelsfall fragt man bei seinem betreuenden Dozenten oder beim Prüfer nach. Inzwischen verfügen die meisten Hochschulen über einen Leitfaden im PDF-Format. Dort kann man während des Schreibens immer wieder nachschlagen, wenn Fragen zum korrekten Zitieren aufkommen.

Direkte Zitate werden anders wiedergegeben als indirekte Verweise. Der direkten Form geht oft ein Doppelpunkt voraus, im Anschluss folgt das Zitat in Anführungszeichen. Alternativ ist das Zitat in den Fließtext hineinintegriert. In dem Fall fehlen die Doppelpunkte, jedoch bleiben die Anführungszeichen bestehen. Am Ende von direkten Zitaten erscheint eine Klammer mit der jeweiligen Quelle. Sie beinhaltet den Namen des Autors samt Seiten- und Jahreszahl.

Beispiel: ‚…..‘ (Autor: Zahl)

Indirekte Zitate sehen im geschriebenen Text etwas anders aus. Hier werden weder Doppelpunkte noch Anführungszeichen verwendet. Am Satzende steht wieder eine Klammer mit der Abkürzung ‚cf.‘ (von lat. ‚conferre‘ – ‚vergleiche‘). Autorenname und Seiten-/Jahreszahl werden ebenfalls von der Klammer eingeschlossen.

Beispiel: …. (cf. Autor: Zahl)

Am Ende jeder schriftlichen Arbeit müssen alle zitierten Quellen in der Bibliographie aufgeführt werden. Dort erscheint die verwendete Literatur in alphabetischer Reihenfolge. Hat man nur einige Seiten aus einem bestimmten Werk mit in die Arbeit einbezogen, verweist man auf die jeweiligen Seitenzahlen. Des Weiteren ist eine Unterschrift erforderlich. Damit bestätigt man, seine Arbeit gemäß des gültigen akademischen Standards verfasst zu haben. Vor der Abgabe sollte man den Text nochmal genau durchlesen und auf Zitierfehler überprüfen. Auf diese Weise setzt man sich später keinen Plagiatsvorwürfen aus.

Häufige Fehlerquellen beim Zitieren

Bei Zitaten ist die Unvollständigkeit ein klassischer Fehler. Sie bezieht sich auf direkte wie indirekte Wiedergaben. Gerade Studienanfängern können solche fehlerhaften Zitierweisen leicht unterlaufen.

Beispiel: ‚….‘ ( : Zahl) ‚….‘ (Autor: )

In den beiden Beispielen fehlen Angaben zum Urheber. Die Zeichensetzung ist zwar richtig, dennoch wurden die Klammern nicht vollständig ausgefüllt.

Beispiel: …. (Autor: Zahl)

Diese Fehlerquelle ist primär bei direkten Zitaten zu finden. Der zitierte Satz wird nicht von Anführungszeichen eingegrenzt. Somit ist es schwierig, seinen Anfang auszumachen.

Beispiel: ….

Hier lässt sich das Zitat nicht als solches identifizieren. Es sind weder Anführungszeichen noch Klammern vorhanden. Zudem ist es unklar, ob eine direkte oder indirekte Quellenwiedergabe vorliegt.

Vergleichbare Fehler passieren leicht in der Bibliografie. Die angegebenen Quellen können lückenhaft sein. Kann man einen Autorennamen, einen Herausgeber oder eine Jahreszahl tatsächlich nicht auffinden, so schreibt man an der Stelle ’n.d.‘ (lat. ’non datum ‚ – ’nicht gegeben‘).

Gelegentlich wird für Zitate ein kursives Schriftbild verlangt. Im Fließtext kann diese Hervorhebung stellenweise vergessen werden oder der Verfasser nimmt sie gar nicht erst vor. Zur Fehlervermeidung sollte man alle zitierten Sätze nochmals auf die richtige Schrift überprüfen.

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