Diese Darlehensformen sollten Sie vor der Kreditaufnahme kennen

An einem Kredit kommen viele Menschen nicht vorbei, die vorhaben, ihre Wünsche und Träume in die Realität umzusetzen. Vor allem Menschen, bei denen eine wichtige Anschaffung ansteht, die sich mit dem vorhandenen Eigenkapital nicht bezahlen lässt, benötigen einen Kredit.

Der Markt bietet unterschiedliche Kredite, die sich nach zweckgebundenen und nicht zweckgebundenen unterteilen lassen. Zweckgebunden bedeutet nichts anderes, als dass der Kreditnehmer einen Zweck für den Kredit angibt, für den er die Kreditsumme verwendet. Dass er das geliehene Geld für diesen Zweck verwendet, muss er gegebenenfalls gegenüber dem Kreditgeber nachweisen. Bei nicht zweckgebundenen Krediten lässt der Kreditgeber dem Kreditnehmer freie Hand, für was er das geliehene Geld ausgibt. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie diese Kreditarten kennen:

Nicht zweckgebundene Kredite:

  • Dispositionskredit
  • Rahmenkredit

Zweckgebundene Kredite

  • Autokredit
  • Immobilienkredit

Der Dispositionskredit

Bei einem Dispositionskredit, kurz Dispokredit genannt, handelt es sich um einen von der Bank gewährten Kreditrahmen auf ein Girokonto. Das bedeutet, Voraussetzung für diesen Kredit ist ein Girokonto bei der Bank. Derjenige, dem die Bank einen Dispokredit eingeräumt, ist in der Lage, mehr Geld auszugeben als auf seinem Konto liegt.

Bei einem Dispositionskredit handelt es sich um einen der teuersten Kredite. Aus diesem Grund eignet er sich hauptsächlich für Menschen, die vorhaben einen kurzfristigen Liquiditätsmangel auszugleichen. Zum Beispiel um an Fremdkapital zu kommen für eine nötige Anschaffung, das sie mit dem nächsten Gehaltseingang zurückbezahlen.

Alle anderen tun gut daran, von diesem Kredit Abstand zu nehmen. Wegen der vergleichsweise hohen Zinsen und der problemlosen Verfügbarkeit führt der Dispositionskredit leicht in die Schuldenfalle.

Die Vor- und Nachteile eines Dispositionskredites im Überblick:

  • Keine Zweckbindung
  • Kurzfristig verfügbar (nach Eröffnung dies Girokontos)
  • Flexibel und leicht tilgbar
  • Einer der teuersten Kredite, mit Zinsen bis zu 15 Prozent

Der Rahmenkredit

Eine interessante Alternative zum teuren Dispokredit ist der Rahmenkredit. Bei diesem Kredit stellt das Kreditinstitut höhere Anforderungen an den Kreditnehmer als beim Dispositionskredit. Er muss in der Regel gegenüber dem Kreditinstitut einen Beruf, seine Wohnsituation und Gehaltseingänge der letzten drei Monate nachweisen.

Nach erfolgreicher Prüfung der Angaben auf Kreditwürdigkeit stellt die Bank dem Kreditnehmer einen finanziellen Rahmen zur Verfügung. Innerhalb dieses Rahmens ist er in der Lage, regelmäßig und kurzfristig auf Geld zuzugreifen, das er auf das Girokonto überweist.

Viele Banken berechnen keine Zinsen vor der Inanspruchnahme eines Rahmenkredits. Das bedeutet, der Kredit kostet nichts, bis der Kreditnehmer ihn abruft.

Wichtig ist, beim Rahmenkredit lässt sich eine Tilgung vereinbaren oder nicht. Ein Grund für die Attraktivität des Rahmenkredits. Anderseits birgt dies die Gefahr bei Menschen mit unzureichender Erfahrung, dass sich in kurzer Zeit eine hohe Schuldensumme anhäuft. Weiterhin sind in vielen Fällen von Rahmenkrediten die Zinsen variabel, was sich oftmals zuungunsten des Kreditnehmers entwickelt.

Allgemein gilt, der Rahmenkredit eignet sich für Menschen mit finanzieller Erfahrung. Der Grund ist, bei langfristiger Nutzung entstehen oftmals hohe Kosten.

Die Vor- und Nachteile des Rahmenkredits

  • Keine Zweckbindung
  • Nach erfolgreicher Prüfung kurzfristig verfügbar
  • Niedrigere Zinsen als beim Dispositionskredit
  • Abhängig vom Anbieter komplett oder teilweise tilgbar (keine Laufzeit)
  • Kein Tilgungszwang
  • Gefahr eines hohen Schuldenberges bei Menschen mit wenig finanzieller Erfahrung
  • Variable Zinsen

Der Ratenkredit

Niedrigere Zinsen als die vorgenannten Kreditarten verspricht der Ratenkredit, oftmals Konsumentenkredit genannt. Die Funktionsweise des Ratenkredits ähnelt dem Rahmenkredit. Der Unterschied besteht zum einen in der sofortigen Auszahlung der gewünschten Kreditsumme. Zum anderen beginnen unverzüglich Zinszahlung und Tilgung in Raten.

In vielen Fällen beinhaltet ein Ratenkredit einen festen Tilgungsplan sowie eine festgelegte Vertragslaufzeit wie acht Jahre. Weiterhin bietet er oftmals festgeschriebene Zinsen über die komplette Laufzeit. Die Zinsen sind nicht variabel wie beim Rahmenkredit, was zusätzlich zu der festgelegten Vertragslaufzeit dem Kreditnehmer mehr Planbarkeit bietet.

Grundsätzlich ist es wichtig, vor Aufnahme eines Kredites, egal, welcher Art, die persönliche und finanzielle Situation zu bedenken. Ansonsten eignet sich ein Ratenkredit für alle Menschen, die die jeweiligen Voraussetzungen der Banken erfüllen. Das gilt ebenso für Singles wie Familien mit Kindern.

Die Vor- und Nachteile des Ratenkredits im Überblick:

  • Nicht an einen bestimmten Zweck gebunden
  • In der Regel niedrigere Zinsen als beim Rahmenkredit
  • Niedrigere Zinsen als beim Dispokredit
  • Oftmals sind Sondertilgungen und vorzeitiger Komplettrückzahlung erlaubt
  • Tilgungszwang durch monatliche Raten
  • Feste Laufzeit
  • Weniger Flexibilität als beim Rahmenkredit wegen der festgelegten Zins- und Tilgungsraten

Die Autokredit

Der Autokredit ist eine Form des Ratenkredits, mit dem Unterschied, dass er den Kreditnehmer an einen bestimmten Zweck bindet. Das heißt, der Kreditnehmer verpflichtet sich, mit dem geliehenen Geld ein Fahrzeug zu finanzieren.

Autokredite bieten Autohändler und Banken an. In der Regel verlangt der Kreditgeber als Sicherheit den Fahrzeugschein zur Aufbewahrung und die Unterschrift auf einer Sicherheitsübereignung. Letztere ermächtigt ihn, das finanzierte Fahrzeug im Falle eines Zahlungsausfalls einzuziehen. Nach kompletter Bezahlung des Darlehens geht das Fahrzeug in das Eigentum des Kreditnehmers über.

Der Vorteil eines Autokredits von der Bank ist, dass der Kreditnehmer beim Autokauf gegenüber dem Autohändler als Barzahler auftritt. Der Händler belohnt ihn hierfür oftmals mit Vergünstigungen. Andererseits winkt der Händlerkredit zum einen mit günstigen Zinsen auf aktuelle Modelle. Zum anderen profitiert der Kreditnehmer beim Kauf eines Autos beim Händler davon, dass er in der Lage ist, alleinig mit dem Händler zu kommunizieren.

Wichtig vor der Aufnahme eines Autokredits ist es, einen Vergleich vorzunehmen. Hierbei am besten den effektiven Jahreszins als Vergleichsgröße heranziehen. Auf diese Weise lassen sich die Händlerkredite sowie Bankkredite bezüglich des niedrigsten Gesamtpreises vergleichen.

Der Immobilienkredit

Viele Menschen träumen von den eigenen vier Wänden. Die wenigsten haben zur Verwirklichung ihres Traumes das nötige Eigenkapital. Das bedeutet: Fremdfinanzierung.

Zur Fremdfinanzierung einer Immobilie bieten sich mehrere Formen des Immobilienkredits an, wie Bankenkredit und Bauspardarlehen. Bei einem Bankenkredit handelt es sich oftmals um ein sogenanntes Annuitätendarlehen. Bei diesem setzt sich die monatliche oder jährliche Rate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Das bedeutet, die Rate bleibt über den kompletten Zeitraum der Zinsfestschreibung gleich. Jede Tilgung verringert die Restschuld, sodass der Zinsanteil an der nächsten Rate sinkt. Der Anteil der Tilgung steigt.

Ein Unterschied zum Bauspardarlehen besteht darin, dass dieses einen sogenannten Zinskorridor aufweist. Das bedeutet, es gibt eine Zinsuntergrenze sowie eine Zinsobergrenze. Der Vorteil hier ist, der Kreditnehmer bleibt von hohen Zinsen verschont. Umgekehrt gilt: Er profitiert nicht von noch niedrigeren Zinsen. Endet die Zinsbindung, folgt eine Restschuldfinanzierung zu einem neuen Zinssatz.

Eine interessante Mischung des Immobilienkredits entsteht durch die Mischung aus den vorgenannten Krediten. Durch diese ist der Bausparer in der Lage, einen Teil der Finanzierung vor steigenden Zinsen abzusichern. Den anderen Teil hält er günstig in Niedrigzinsphasen.

Derzeit herrscht in Deutschland eine Niedrigzinsphase. Interessenten an einen Immobilienkredit tun gut daran, eine lange Zinsbindung zu vereinbaren. Der Grund ist, dass niedrige Zinsen nahezu unmöglich sind. Allerdings verlangen Banken hier oftmals einen Aufschlag auf die vereinbarten Niedrigzinsen, den es einzukalkulieren gilt.

Der Immobilienkredit ist ein langfristiger Kredit. Das heißt, vor der Inanspruchnahme bedarf es vor allem gründlicher Planung. Schließlich will sich niemand finanziell überlasten. Für einen Vergleich der vielen Angebote hinsichtlich der Konditionen gibt es Vergleichsportale im Internet. Auf diese Weise findet jeder den auf die persönlichen Wünsche und Gegebenheiten zugeschnittenen Kredit.

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